Dienstag, 8. September 2026
Standpunkt · Regionale Einblicke

Einfluss der extremen Rechten auf die Soziale Arbeit

Die extreme Rechte hat sich stets bemüht, die soziale Arbeit in Deutschland zu beeinflussen. Ein Blick auf die Geschichte zeigt die verschiedenen Strategien und Taktiken.

Von Jonas Hoffmann16. August 20262 Min Lesezeit

KIEL, 16. August 2026Eigener Bericht

Der Aufstieg der extremen Rechten

In den letzten Jahrzehnten hat sich die extreme Rechte in Deutschland in verschiedenen Formen präsentiert, wobei ihre Bemühungen, die soziale Arbeit zu beeinflussen, oft übersehen werden. Historisch betrachtet kann man ihren Einfluss bis in die Nachkriegszeit zurückverfolgen, als die Bundesrepublik mit der Herausforderung konfrontiert war, eine neue, inklusive Gesellschaft zu schaffen. Es war eine Zeit, in der soziale Arbeit nicht nur als Beruf, sondern auch als Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt angesehen wurde.

Die 1980er Jahre: Ein neuer Fokus

In den 1980er Jahren erlebte Deutschland eine Welle von gesellschaftlichen Umbrüchen, die das Terrain für die extreme Rechte fruchtbar machten. Hierbei spielten der wachsende Einfluss von rechtspopulistischen Parteien und die zunehmende Angst vor Migration eine entscheidende Rolle. Soziale Einrichtungen sahen sich plötzlich mit einer neuen Zielgruppe konfrontiert: denjenigen, die in ihrer Angst vor dem "Fremden" eine Bestätigung für ihre extremen Ansichten suchten. In vielen Fällen versuchten diese Gruppen, über populistische Rhetorik direkten Einfluss auf die soziale Arbeit zu nehmen.

Die 1990er Jahre: Diversität und Widerstand

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands kam es zu einem weiteren Anstieg von extrem rechtem Gedankengut, besonders in den neuen Bundesländern. Hier wurden soziale Einrichtungen oft als Ziel für Angriffe verwendet, nicht nur von außen, sondern auch von innen heraus. Organisationen, die Diversity und Integration förderten, sahen sich zunehmendem Widerstand aus dem rechtsextremen Spektrum gegenüber. Die Sichtweise, dass soziale Arbeit eine Art der "Umerziehung" darstellen könnte, fand in diesen Jahren besonders fruchtbaren Boden.

Die 2000er Jahre: Ein digitaler Wandel

Der Aufstieg des Internets in den 2000er Jahren veränderte die Kommunikationsstrategien der extremen Rechten erheblich. Plattformen wurden genutzt, um gezielte Desinformationen über soziale Arbeit und deren angebliche Versäumnisse zu verbreiten. Diese Taktiken beinhalteten nicht nur die Verbreitung von Vorurteilen, sondern auch die gezielte Mobilisierung von Unterstützern, die sich gegen soziale Projekte wandten, die als "multikulturell" oder "linksliberal" galten.

Die Gegenwart: Ein dauerhafter Einfluss?

Heute befinden wir uns in einer Zeit, in der die extreme Rechte sich nicht mehr nur an den Rand drängt. Ihre Ansichten sind tief in die gesellschaftliche Debatte eingedrungen und beeinflussen den Diskurs über soziale Arbeit maßgeblich. Es ist nicht unüblich, dass soziale Träger sich mit Anfeindungen und Ablehnungen konfrontiert sehen, wenn sie sich für die Integration von Migranten und Minderheiten einsetzen.

Die historische Rückschau zeigt, dass die extreme Rechte stets eine Strategie entwickelt hat, um das Soziale zu unterminieren und ihre eigene Agenda durchzusetzen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Einfluss weiter entwickeln wird und ob die sozialen Berufe der Herausforderung gewachsen sind, dem entgegenzuwirken.

NetzwerkVerwandte Beiträge

Mehr aus dieser Rubrik

21. August 2026Regionale Einblicke

Juwelendiebe in München: Haftprüfung vor dem Haftrichter

In München werden mutmaßliche Juwelendiebe vor dem Haftrichter präsentiert. Der Fall wirft Fragen zu den Umständen und dem Verfahren auf.

29. Juni 2026Regionale Einblicke

Kieler Verkehrsgesellschaft investiert in neue E-Busse

Die Kieler Verkehrsgesellschaft hat einen neuen Vertrag für die Beschaffung von E-Bussen unterzeichnet. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Fortschritt in Richtung nachhaltiger Mobilität in der Region.

12. Juli 2026Regionale Einblicke

Fürsorge für Tiere: Eingreifen im Berliner Zoo

Ein Eingreifen der Behörden im Berliner Zoo bringt Fragen auf. Futter mit Kotspuren und fehlendes Trinkangebot werfen ein Schlaglicht auf die Tierpflege.

Empfohlen